Promotion Text
Sylvia Bruckner - Austrian Wood
Die in Wien lebende Pianistin Sylvia Bruckner (*1951) ist in Österreich eine der wichtigsten Musikerinnen im Bereich der freien Improvisation – musikalische Partnerin von Kollegen wie Hamid Drake, John Butcher und Joelle Leandre – und ebenso eine versierte Interpretin zeitgenössischer Kammermusik. Ihre Stilistik zeichnet sich durch eine große Bandbreite an Farben und Ausdrucksmöglichkeiten aus, wobei sie das gesamte Instrument, einschließlich der Präparation der Saiten, einsetzt. Auf diese Weise erweitert sie die Tonalität, befreit sie buchstäblich von ihren Zwängen, arbeitet mit Klangclustern, neuen harmonischen Formen, extrovertierten musikalischen und dramatischen Aktionen. Ihre wichtigsten stilistischen Merkmale sind Impulsivität, eine Vorliebe für extreme Kontraste, Intensität, totale musikalische Umarmung. Sie schafft somit eigene Soundwelten, verwendet dazu mitunter auch das, was ihr zufällig in die Hände fällt: Geigenbögen, Marmorstücke, angefeuchtete Haushaltsschwämme, Spielzeuge und vieles mehr. Sylvia Bruckner hat große Freude am Experimentieren an der eigenständigen, unabhängigen Klangerzeugung, die „mich selbst glücklich macht, wenn sie auf offene Ohren trifft, die dazu beitragen kann, sich davon hinreißen zu lassen, eine eigene Reise zu starten, inspiriert durch vorher nicht Dagelegenes neugierig zu werden.“ Einflüsse ihres Alltags, der Literatur (u.a. ihres Landmanns Ernst Jandl) und der Architektur befeuern diese Spielhaltung.So ist Sylvia Bruckners Entscheidung, mit Austrian Wood ihre Improvisationen erstmals nicht auf dem Flügel, sondern auf der Zither - einem zentralen Instrument der österreichischen Volksmusik -, quasi dem extrahierten Innenleben des Flügels, einzuspielen, fast zwangläufig auf ihrer Suche nach neuen Klangquellen, nach dem „magischen“ Moment in der freien Improvisation. Von ihrem Vater schon als Kind auf der Zither unterrichtet, war dieses Instrument neben dem Flügel immer Sylvias zweite Ausdrucksquelle für ihre Spontanimprovisationen. „Wir hören eine Fülle von Emotionen und überraschenden Strukturen. Trotz ihrer Vielfalt wird diese Musik aus verschiedenen Tönen und NichtTönen durch die Kraft kreativer Imagination zusammengehalten. Sylvia Bruckner behandelt ihre Zither als gleichberechtigten Partner im musikalischen Dialog“, so Adam Thaler.Zu internationalen Festivals wie die Konfrontationen Nickelsdorf, das Festival Schnittpunkte bei Disobedience in Ljubljana und vielen mehr wird Sylvia Bruckner immer wieder eingeladen.