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ja ja

Artist 3 Falkner
Title ja ja
Release Date Friday, November 6, 1998
Genre German Folk > Volksmusik > Volksmusik
Copyright © Fischrecords
Country AUSTRIA

Promotion Text

ja ja

Wenn sich das Duo Falkner ein bissel leise vorkommt, ruft Vater Erich den Sohn an. Weil der ist nämlich Spezialist für das Kräftige. Der packt dann seine Quetsche ein und fährt dorthin, wo die Kraft gebraucht wird. Das ist in der Regel der Saal von einem Wirtshaus oder sonst einer öffentlichen Lokalität. Jedenfalls haben so viele Leute Platz, daß das Duo Falkner sich nicht sicher ist, ob sich die Beschallung mit einer Quetsche und einer Gitarre ausgeht.
Hans-Peter Falkner ist Harmonikaspieler des weithin bekannten Linzer Duos Attwenger. Diese Kapelle hat eine interessante Mischung aus Volksmusik, Lärm, Rhythmus und Moden entwickelt (die auf vier Alben - alle bei "Trikont" - besichtigt werden können). Etikett: im weitesten Sinn Popmusik, wenn auch äußerst eigenständig. Er schickt die Töne seiner Harmonika, wenn's sein muß, durch den Verstärker. Die Wurzeln von dem Wirbel stecken aber tief in Urfahrer Erde. Urfahr ist ein Stadtteil von Linz, dort kommen die Falkners her.
Man muß sich also die siebziger Jahre vorstellen, die Peripherie einer Industriestadt, eine Musikerfamilie und einen Buben, der ein Akkordeon geschenkt kriegt. Es muß schrecklich gewesen sein, in den siebziger Jahren ein Akkordeon geschenkt zu kriegen. So ähnlich wie ein Kurzhaarschnitt oder eine Hose mit Bügelfalte. HP jedenfalls konnte sein Akkordeon nicht leiden, und er sagt: "Wenn der Großvater nicht gewesen wär', hätt' ichs sicher aufgegeben."
Großvater Johann aber (der nach dem regulären Ende dieses Albums auf einem Bonus-Track wunderbar zu hören, wenn auch nicht zu verstehen ist) bediente eine steirische Knopfharmonika, die sich nicht nur darin vom Akkordeon unterscheidet, daß die Tasten durch Knöpfe ersetzt sind, sondern daß der Knöpferl-Klang schriller, schmutziger, aber auch lauter ist. Der Großvater hockte sich mit dem Buben zusammen, musizierte. Sang dem Zehnjährigen Gstanzln vor, die witzig waren und auch so schlimme Worte wie Arsch oder Scheißen nicht wegzensurierten.
Die Falkner-Eltern dachten derweil keine Sekunde lang über volkstümliche Unterhaltungsmusiken nach, sie musizierten ihrerseits. Mutter Pauline, - Jahrgang 1926, Kindergärtnerin, - zupfte sich selbst auf der Gitarre das filigrane Harmoniegeflecht für die Lieder, Gstanzln, Schlager, die sie im Duo mit ihrem Mann Erich, - Jahrgang 1925, Quetschenspieler, - zum Besten zu geben pflegte.
Die beiden spielten bei Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, bei Unterhaltungen. Sie kriegten, wenn überhaupt, wenig Geld, was ihnen wurscht war, da sie sich eh mit der eigenen Begeisterung belohnten. Tanz, Spaß, Sentiment, einfach gestrickt und dem Volk aufs Maul geschaut: wie sich halt die ganz normale Volksmusik zusammensetzt.
Es war dann die Idee vom Buben, die Eltern ins Tonstudio einzuladen, um mit ihnen einzuspielen, was man so gut kennt, daß man allzu leicht darauf vergessen könnte, eine Handvoll Urfahraner Traditionals, eine Handvoll Ideen vom Hans-Peter selber, ein bißchen was familiär-Historisches also.

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