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Lebendige Vergangenheit - Koloman von Pataky

Artist Koloman von Pataky
Title Lebendige Vergangenheit - Koloman von Pataky
Release Date 2006-09-02
Genre Classical > Choro
Copyright © Preiser Records
Country AUSTRIA

Promotion Text

Lebendige Vergangenheit

Die Erinnerung an Koloman von Pataky lässt das Bild eines typisch-lyrischen Tenors erstehen. Seine Stimme verfügte über Weichheit und eine eigenartige Süße des Timbres, die sich in keiner Lage oder Schattierung verlor. Mit viel lockerer Kopfresonanz gemischt, konnte sie sich aber auch zu einem dramatischeren Forte erweitern, wenn die besondere Situation es erforderte, da seine Stimme wie auch die von ihm übernommenen Rollen im Laufe der Jahre mehr dramatische Färbung annahmen. Hätte sein Organ nicht über diese Fähigkeit verfügt, hätte seine Gesangsbegabung eher der Sonderheit entsprochen, welche in Italien als „Tenorino" bezeichnet wird. Am besten lagen dem Künstler die Tenorrollen in Mozarts Opern oder den Frühwerken Verdis, welche seiner stimmlichen Veranlagung für Mezzavoce und Legatobeherrschung am meisten entgegenkamen. Der Künstler stammte aus Ungarn, wo er am 14. November 1896 zur Welt kam. Er nahm noch als Offizier am ersten Weltkrieg teil und ließ anschließend seine Stimme an der Budapester Musikakademie ausbilden. Der Wiener Operndirektor Franz Schalk, immer auf der Suche nach neuen Talenten, ließ ihn, der bis dahin an der Budapester Oper einige Jahre gewirkt hatte, im Juli 1926 in „Rigoletto" und „Boheme" mit unterlegtem Vertrag, wie dies damals hieß, gastieren. Die Kritiken lauteten positiv, und so ergänzte er ab September 1926 die ungarische Abteilung der Wiener Staatsoper, die in den Damen Rosette Anday und Maria Nemeth bereits erfolgreiche Mitglieder besaß. Dem Sänger im „Rosenkavalier" folgte bald die große und schwere Rolle des Alvaro in der „Macht des Schicksals", die er Alfred Piccaver nachsang, eine Neueinstudierung des „Postillon von Lonjumeau" stellte ihn an erster Stelle heraus, und im zweiten Jahr seiner Wiener Tätigkeit übertrug ihm die Direktion die ehrenvolle Aufgabe, den Da-ud in der „Aegyptischen Helena" zu kreieren. Mit seinem untrüglichen Gefühl übertrug ihm dann der Direktor so ziemlich alle Tenor­ rollen in den Mozartopern, lediglich den Tamino in der „Zauberflöte" hat er nie in Wien gesungen. Außer den ihm legitim zustehenden Partien in fast allen Opern Puccinis wurden ihm aber auch nach und nach stimmlich so anspruchsvolle Rollen wie der Faust in „Margarethe", der Richard in „Maskenball", der Raoul in ,,Hugenotten", der Des Grieux in „Manon" und der Assad in der „Königin von Saba" anvertraut, denen sich dann schließlich der Radames in „Aida" und Gabriele Adorno in „Simone Boccanegra" anschlossen. Daneben aber ergänzte er jede Saison sein lyrisches Repertoire durch Rollen wie den Nemorino im „Liebestrank", den Grafen Almaviva im ,,Barbier von Sevilla" oder den Ernesto in „Don Pasquale", da auch die Anstrengungen der dramatischen Rollen, die er geschickt für seine Stimme einrichtete, die Leichtigkeit der Tongebung nicht beeinträchtigten. Als Höhepunkt seiner Karriere durfte er wohl seine Mitwirkung in Salzburg und Wien im Jahre 1936 als Florestan in „Fidelio" unter Arturo Toscanini und mit Lotte Lehmann als unvergleichliche Leonore empfunden haben. Großen Erfolg hatte er auch 1936 in Glyndebourne unter Fritz Busch. Hier wurde sein Don Ottavio in „Don Giovanni" in einer Gesamtaufnahme für die Nachwelt festgehalten. Diese Erfolge fanden auch internationales Echo, der Künstler sang in Italien unter anderen den Hüon in „Oberon“… Recollections of Koloman von Pataky evoke memories of a quintessential lyric tenor. His limpid, dulcet voice retained its highly individual timbre throughout its range. Mixed with an easy head resonance he managed nevertheless to enlarge his voice to a dramatic forte when his repertoire became more dramatic in the course of his career. Had his voice not possessed this ability, he might have been what the Italians call a "tenorino". The repertoire most suited to his style were Mozart and early Verdi roles as these require the greatest mezza voce and legato ability. Pataky was born on November 14, 1 96 in Hungary. During the First World War he served in the army as an officer and• subsequently studied singing at the Budapest Music academy. After some years in Budapest, Franz Schalk, the Vienna Opera director, who was always on the look-out for new talents, invited him in July 1926 to appear as a guest artist to sing Duca and Rodolfo. The critics reacted positively and thus Pataky became a further enhancement of the Hungarian section of the Vienna State Opera, which already boasted such stars as Rosette Anday and Maria Nemeth. After the "Singer" in "Rosenkavalier" he took over the larger and heavier role of Alvaro in "Forza del Destino" from Alfred Piccaver. A new production of "Postillon von Lonjumeau" offered him an outstanding opportunity and in the second year of his Vienna engagement he was entrusted with the honor to sing Da-ud in the world premiere of "Ägyptische Helena". The director of the opera was sufficiently farsighted to entrust Pataky with virtually all the tenor roles in Mozart operas - excepting Tamino, which he never sang in Vienna. Apart from Puccini roles, which were his by right, he was subsequently entrusted with such demanding roles as Faust, Riccardo, Raoul, Des Grieux (Manon) and Assad in "Königin von Saba" eventually also Radames and Gabriele Adorno in "Simone Boccanegra". Nevertheless, he also augmented his repertoire by singing Nemorino, Almaviva and Ernesto in "Don Pasquale" as the clout required for dramatic roles did not reduce the ease of his vocal emission. The apex of his career was undoubtedly his performance of Florestan in Salzburg and Vienna in 1936 opposite the incomparable Lotte Lehmann, conducted by Arturo Toscanini. He was also acclaimed in Glyndebourne in 1936 under Fritz Busch. His interpretation of Don Ottavio was recorded complete at the time. His success spread his fame and he was invited to sing Hüon in "Oberon" …