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Lebendige Vergangenheit - Apollo Granforte (Vol.2)

Artist Apollo Granforte
Title Lebendige Vergangenheit - Apollo Granforte (Vol.2)
Release Date Thursday, August 31, 2006
Genre Classical > Choro
Copyright © Preiser Records
Country AUSTRIA

Promotion Text

Lebendige Vergangenheit

Im landläufigen Sinne werden stets drei Sänger als die bedeutendsten Vertreter des italienischen Baritonfaches genannt: Mattia Battistini, Titta Ruffo und Giuseppe De Luca. Der superbe Belcantist (Battistini), das elementare Stimmphänomen (Ruffo) und - gleichsam als maßvolle Mitte - der Typus, bei dem sich erlesen schönes Stirnmaterial mit vorbildlicher Gesangsschulung vereint (De Luca). So sinnfällig diese Schematisierung auch anmuten mag, - für eine vollständige Erfassung des Themas reicht sie jedoch nicht aus. Es hat zahlreiche hervorragende italienische Baritonisten gegeben, die sich auf Grund ihrer künstlerischen Vielseitigkeit nicht ohne weiteres in bestimmten Kategorien einordnen lassen. Man denke hier nur an Sänger wie Domenico Viglione-Borghese, Cesare Formichi, Riccardo Stracciari und Apollo Granforte, die an künstlerischer Bedeutung den anfangs genannten Protagonisten kaum nachstehen. Außerdem handelt es sich bei diesen Fällen um dunkel getönte, also „echte" Baritonstimmen, während sowohl bei Battistini und De Luca als auch bei Ruff o das tenorale Element weitgehend den Stimmcharakter determiniert. Zu den eindrucksvollsten Gesangsstimmen, die uns auf der Schallplatte erhalten geblieben sind, zählt das kostbare Organ Apollo Granfortes. Zu den besonderen Merkmalen des Sängers zählen außer dem wohltönenden, vollen und ausgeglichenen Klang der Stimme die gediegene Schulung, vollendete Parlandotechnik und eine packende Gestaltungsgabe. Granforte war ein temperamentvoller Bühnendarsteller und auch auf den Tondokumenten kommt sein musikalisch-dramatisches Talent zur Geltung. Granforte entstammt einer italienischen Arbeiterfamilie und erlernte bereits als Kind das Schusterhandwerk. Im Alter von achtzehn Jahren verließ er mit seinem Bruder die Heimat und wanderte nach Argentinien aus. Hier versuchte er zunächst, mit dem erlernten Handwerk sein Glück zu machen, doch bald wurde sein ungewöhnliches Gesangstalent erkannt, und man riet ihm, ernstliche Stimmstudien zu betreiben. Noch im Jahr seiner Übersiedlung (1905) wurde er Schüler am Konservatorium zu Buenos Aires und lernte hier - als seltenes Beispiel von Fleiß und Ausdauer - neun Jahre lang die Grundzüge der Belcantokunst. Im Jahre 1913 fand sein Sängerdebüt in der Rolle des Germont am Politeamo di Rosario di Santa Fe statt. In der darauffolgenden Zeit sang der Künstler mit wachsendem Erfolg an den verschiedensten Opernhäusern Südamerikas. Mit dem Einbruch des Weltkrieges begab sich der überzeugte Patriot wieder in seine Heimat zurück, um als Frontsoldat an den Kämpfen teilzunehmen. Ab 1916 setzte er seine Künstlerkarriere wieder fort, diesmal jedoch in seiner italienischen Heimat. Das Teatro Costanzi zu Rom und Teatro dal Verme in Mailand waren die nächsten Stationen seines Werdeganges, bis er im Jahre 1921 an die Mailänder Scala verpflichtet wurde. Fortan blieb er Mitglied dieses berühmten Opernhauses und war hier bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges in seinen Glanzrollen oftmals zu hören. Zwischendurch unternahm er häufig Gastspielreisen, die ihn nach Paris, Australien (mit einer von Nellie Melba zusammengestellten Operntruppe), London und mehrmals nach Südamerika führten. Granforte wirkte bei mehreren Opern-Uraufführungen mit, so unter anderem bei Mascagnis „Nerone" an der Scala 1935. … Three singers are customarily regarded the paragons of Italian baritones: Mattia Battistini, Titta Ruffo and Giuseppe De Luca. The superb belcanto specialist (Battistini), the towering vocal phenomenon (Ruffo) and - stylistically midway between the two - the baritone who combined the virtues of an exquisite voice with thorough schooling (De Luca). As logical as this classification may seem, it is nevertheless incomplete. There have been quite a number of excellent Italian baritones artistically sufficiently diverse to resist easy categorization. Typical examples are Domenico Viglione-Borghese, Cesare Formichi, Riccardo Stracciari and Apollo Granforte - all of them great artists, no less important than the kingpins mentioned above. Moreoever, these three baritones had dark-hued voices, they were "genuine" baritones in fact, quite unlike Battistini, De Luca and Ruffo, with their almost tenorial range. The voice of Apollo Granforte was one of the most impressive ever to have been preserved by the gramophone. It was not only refulgent and perfectly blended, Granforte also had a marvelous parlando technique. He was, moreover, a grandiose vocal actor, a fact which is amply verified by his recordings. Granforte came from a humble background. At an early age he was apprenticed to a cobbler. At the age of eighteen he and his brother left Italy for Argentina. There he tried to earn his keep in the trade he had learnt but soon his vocal abilities became evident and he was advised to concentrate on singing. In 1905, the year he emigrated, he enrolled as a student at the Buenos Aires conservatoire and - a rare example of industry and persistence - studied the basis of belcanto technique for nine years. In 1913 he made his debut as Germont at the Politeamo di Rosario di Santa Fe. Subsequently he sang with increasing success at the various opera houses in South America. At the beginning of the war, Granforte, a fervent patriot, returned to Italy to fight at the front but continued his operatic career in 1916, appearing at the Teatro Costanzi in Rome and Teatro da Verme in Milan. 1921 he was engaged to appear at La Scala, where he remained a pillar of the ensemble until the beginning of the Second World War. He frequently appeared as a guest artist in Paris and Australia (in Nellie Melba's own opera company), London and South America. Granforte took part in several world premieres, including Mascagni's "Nerone" at La Scala in 1935. …